07.02.2018

Dokumentationsvorschriften im Transfer Pricing 2/2

Fabian Duss

Fabian Duss

Dipl. Steuerexperte/-in

Walchestrasse 15
8006 Zürich / Schweiz

Hintergrund:  Im Oktober 2015 wurden die 15 von der OECD erarbeiteten Massnahmen gegen die Aushöhlung der steuerlichen Bemessungsgrundlage und Gewinnverlagerung (engl. Base Erosion and Profit Shifting; BEPS) publiziert. Hauptziel des BEPS-Projekts ist, dass Gewinne an dem Ort besteuert werden, an welchem sie wirtschaftlich erzielt wurden. Wegleitend sind die drei Kernprinzipien: Substanz, Kohärenz und Transparenz. Die Massnahmen umfassen Mindeststandards, Empfehlungen und Best Practices.

Der Abschlussbericht zu BEPS-Massnahme 13 und das überarbeitete Kapitel V der OECD-Richtlinien beinhalten einen neuen dreistufigen Standard für Verrechnungspreisdokumentationen, bestehend aus Master File, Local File sowie länderbezogener Berichterstattung (engl. Country-by-Country Reporting; CbCR).

Die an BEPS teilnehmenden Staaten sind mit Hochdruck daran, die sich aus dem BEPS-Projekt ergebenden Änderungen in lokales Recht umzusetzen, oder haben dies in den vergangenen Monaten bereits getan.

Neue OECD-Verrechnungspreisdokumentation: Das Master File enthält diejenigen Informationen, welche einen Überblick über die Geschäftstätigkeit und die Grundsätze der Verrechnungspreisbestimmung innerhalb eines multinationalen Unternehmens geben, ohne auf einzelne Transaktionen einzugehen.

Das Local File ist eine Ergänzung zum Master File, in welchem die Einhaltung des Fremdvergleichsgrundsatzes für einzelne Transaktionen in einem Staat dargelegt wird. Verschiedene Staaten haben die Pflicht zur Erstellung dieser Dokumente bereits zum 1. Januar 2016 resp. zum 1. Januar 2017 in Kraft gesetzt.

Der länderbezogene Bericht (CbCR) enthält – neben Angaben zu den wichtigsten wirtschaftlichen Tätigkeiten eines Unternehmens – Informationen über die weltweite Verteilung von Umsätzen, Gewinnen, entrichteten Steuern sowie weitere Kennzahlen in denjenigen Staaten, in welchen ein multinationales Unternehmen tätig ist. Die länderbezogene Berichterstattung wird in tabellarischer Form aufbereitet und soll den Steuerverwaltungen vom Grundsatz her ermöglichen, Verrechnungspreisrisiken zu identifizieren. Zur Erstellung eines CbCR sind Unternehmen mit einem jährlichen konsolidierten Umsatz von über EUR 750 Mio. verpflichtet. Aufzubereiten ist die Berichterstattung von der Konzernobergesellschaft. Die Verpflichtung zum CbCR besteht – lokale Umsetzung vorausgesetzt – seit dem 1. Januar 2016. Der länderbezogene Bericht wird jährlich automatisch an die Steuerbehörden derjenigen Staaten übermittelt, in denen ein multinationales Unternehmen über Geschäftseinheiten verfügt.