Schweizerisches Aktienrecht: Liberierung des Aktienkapitals mit Bitcoins

Nicolas Facincani
VOILLAT FACINCANI SUTTER + PARTER
Rechtsanwalt/-anwältin (eingetragen ins Anwaltsregister)
Fortunagasse 11-15 / Rennweg
8001 Zürich

Im Rahmen der Schaffung neuer Aktien (bei einer Gründung oder Kapitalerhöhung) sieht das Gesetz verschiedene Liberierungsmöglichkeiten vor.

Klassisch ist die Barliberierung. Dabei wird im Rahmen einer Gründung oder Kapitalerhöhung Bargeld auf ein Sperrkonto bei einer Schweizerischen Bank einbezahlt und das Geld wird freigegeben, sobald die Gründung bzw. Kapitalerhöhung im Handelsregister eingetragen ist.

Neben der Barliberierung sieht das Gesetz noch weitere Möglichkeiten wie etwa die Liberierung durch Sacheinlage vor. Eine Sacheinlage liegt vor, wenn die Liberierungsschuld des Gründers bzw. Zeichners durch die Übertragung von Sachen oder von anderen Vermögenswerten getilgt wird. Sacheinlagefähig sind aber nur Gegenstände des Rechtsverkehrs, die einen Verkehrswert haben und nach den Grundsätzen der ordnungsgemässen Rechnungslegung aktivierungsfähig sind.

Im Zusammenhang mit der Sacheinlageliberieurung sieht das Gesetz verschiedene Schutzmechanismen vor:

Unter anderem müssen die Gründer in einem schriftlichen Bericht Rechenschaft über die Art und den Zustand von Sacheinlagen und die Angemessenheit der Bewertung geben. Ein zugelassener Revisor muss den Gründungsbericht zu prüfen und schriftlich zu bestätigen, dass dieser vollständig und richtig ist. Weiter muss die Sacheinlage in den Statuten der Gesellschaft sowie im Handelsregistereintrag der Gesellschaft offengelegt werden.

Zu Beginn des Monats September 2017 hat das Handelsregisteramt Zug bekanntgegeben, dass auch die Liberierung mit Bitoins im Rahmen einer Sacheinlage akzeptiert werde.

Am 28. September 2017 wurde im Schweizerischen Handelsamtsblatt die Gründung der Blockchain & Cryptocurrency Services Zug AG bekannt gegeben. Ihr Aktienkapital von CHF 100‘000 ist zu 50% liberiert, wobei die Liberierung der CHF 50‘000 gemäss Publikation durch die Einlage von 19 Bitcoins erfolgte.

Die vorstehenden Ausführungen sind analog für die GmbH anwendbar. Es ist davon auszugehen, dass auch weitere Handelsregisterämter die Einlage von Bitcoins als Sacheinlage zulassen werden.

Zurück zur Übersicht