Fachbereich: Erbrecht

Das Erbrecht ist die Summe aller Vorschriften, die den Übergang der Rechte und Pflichten eines Verstorbenen auf eine lebende Person regeln. Typischerweise stellen sich folgende Fragen: Wer erbt das Nachlassvermögen einer verstorbenen Person? Wie kommen die Erben zu ihrer Erbschaft?

Dienstleistungen

  • Enterbungen - Entzug Pflichtteil des Erbberechtigten durch Verfügung, z.B. Strafenterbung

    Eine Enterbung bezeichnet den kompletten oder teilweisen Entzug des Pflichtteils eines Erbberechtigten durch eine letztwillige Verfügung. Eine Strafenterbung ist nur unter eingeschränkten Voraussetzungen zugelassen, wenn z.B. vom Erben eine schwere Straftat gegenüber dem Erblasser oder nahen Verwandten begangen wird oder die familienrechtlichen Pflichten schwer verletzt wurden. Familiäre Streitigkeiten genügen nicht, da nach Ansicht der Justiz häufig alle Beteiligten Anteil an den Differenzen haben. Ein Enterbungsgrund muss im Testament ausdrücklich erwähnt und begründet werden.

  • Erbrechtliche Streitigkeiten - Nachlassabwicklung

    Erbliche Streitigkeiten können in verschiedenen Phasen einer Erbengemeinschaft entstehen. Betroffen sind häufig die Fragen: Wer darf überhaupt erben, wer nicht? Wie hoch ist der Umfang des Nachlasses? Wer regelt die Rechte und Pflichten der Erben? Wer erhält wie viel und was wird geteilt? Treffen unterschiedliche Interessen mit familiären Konflikten aufeinander, sollte ein Experte hinzugezogen werden, um Lösungsansätze zu finden, mit denen alle Erben zufrieden sind. Um Mutmassungen bereits im Vorfeld zu vermeiden, kann ein Testament verfasst werden, das klare Anweisungen für ein Nachlassgericht oder den Willensvollstrecker hinterlässt.

  • Erbteilungen - Nachlassabwicklung (Zuweisung des Vermögens des Verstorbenen an die einzelnen Miterben)

    Die Erbteilung kann unter Erben frei vereinbart oder in einem Erbteilungsvertrag festgelegt werden, wobei diese sich einstimmig über die Art der Teilung einig sein müssen. Eine Erbteilung kann generell von jedem Erben zu beliebiger Zeit verlangt werden. Verweigert einer oder mehrere Erben die Teilung, kann diese mit einer Erbteilungsklage durchgesetzt werden. Es ist allerdings auch möglich, nur einen Teil des Erbes zu teilen oder ein Mitglied der Erbengemeinschaft auszuzahlen. Grundsätzlich hat jeder Erbe den gleichen Anspruch auf Zuteilung von Erbstücken. Ausnahme ist der Vorrang eines Ehepartners über ein Haus oder eine Wohnung, in dem das Ehepaar gelebt hat.

  • Erbvorbezug - Besondere Form der Schenkung (Nachlassplanung / Vorkehrungen für Todesfall)

    Der Erbvorbezug ist eine besondere Art der Schenkung, da eine unentgeltliche und zinsfreie Zuwendung erfolgt, die sich der Präsumtiverbe dann aber an seinen Erbteil im zukünftigen Nachlass anrechnen lassen muss. Es ist also weder ein Geschenk noch eine Abfindung.

  • Gutachten und Zweitmeinungen - Begründetes Urteil eines Sachverständigen über eine Zweifelslage

    Gutachten sind im Falle einer Erbschaft meist dann erforderlich, wenn der Wert einer Erbschaft schwer zu bestimmen ist. Oft handelt es sich dabei um Immobilien, Schmuck- oder Kunstgegenstände, die den Rat eines Experten bedürfen. Dieser Rat kann zum einen für die Frage der Höhe einer Erbschaftssteuer wichtig sein, zum anderen für die Höhe der Pflichtteile einer Erbengemeinschaft. Kommt es zu einer Gerichtsverhandlung, setzt das Gericht oft einen eigenen, parteilosen Gutachter ein, um ein neutrales Gutachten zu erhalten.

  • Persönliche Nachlassplanung - Vorkehrungen für Todesfall

    Die persönliche Nachlassplanung betrifft unterschiedliche Aspekte, die vor einem Todesfall geregelt sein sollten, um eine erbrechtliche Aufteilung nach individuellen Vorstellungen und in Vereinbarkeit mit den gesetzlichen Regelungen zu ermöglichen. Dies betrifft unter anderem die Vermögensaufstellung, die Auflistung der Erben, das Aufstellen von Testament- oder Erbverträgen, deren Vollstreckung sowie postmortale Vollmachten. Soll eine Sicherheit bei der Durchführung des Nachlasses gegeben sein, kann ein Willensvollstrecker eingesetzt werden, der bei der Nachlassplanung miteinzubeziehen ist.

  • Schenkungen - Nachlassplanung / Vorkehrungen für Todesfall

    Im Schenkungsrecht sind grundsätzlich zwei Schenkungsarten zu finden. Die Realschenkung liegt vor, wenn der Schenker seine Leistung sofort erbringt. Der Schenkungsvertrag muss hingegen nicht sofort erfüllt werden und bedarf grundsätzlich der Schriftform. Unter einer Schenkung versteht man generell eine lebzeitige, unentgeltliche Zuwendung eines Vermögenswertes von Schenker an den Beschenkten, z.B. von Eltern an deren Kinder. Dieser Vermögenswert wird in einem späteren Erbfall meist nicht berücksichtigt.

  • Stiftungen & Vermächtnisse - Nachlassplanung / Vorkehrungen für Todesfall

    Ein Erblasser kann über seinen Nachlass diverse Anordnungen treffen, die mittels eines Testaments festgelegt werden. Dazu gehören etwa die Errichtung einer Stiftung nach dem Todesfall durch die Widmung eines Vermögens zu einem besonderen Zweck oder ein Vermächtnis, welches eine Person begünstigt, ohne dieser eine Erbenstellung einzuräumen. Wichtig ist die vorherige Abklärung mit dem Ehepartner, da dieser im Güterstand der Errungenschaftsbeteiligung vorrangig behandelt wird und z.B. eine Stiftungsgründung anfechten könnte.

  • Testament & Erbverträge - Nachlassplanung / Vorkehrungen für Todesfall

    Ein Testament regelt den Nachlass eines Erblassers und muss unter bestimmten Bedingungen verfasst worden sein. Zunächst muss der Erblasser mindestens 18 Jahre alt und im vollen Besitz seiner geistigen Kräfte sein. Beim Verfassen eines gültigen Testaments sind gesetzliche Formvorschriften einzuhalten. Der Inhalt des Testaments besteht etwa aus den Personalien des Erblassers, dem Widerruf alter Testamente und der Erbschaft selbst, die (ggf. geteilt oder an Bedingungen geknüpft) den Erben vermacht wird.

  • Unternehmensnachfolge sowie Nachfolgeplanung bei Familienunternehmen - Nachlassplanung / Vorkehrungen für Todesfall

    Die Unternehmensnachfolge ist eine der häufigsten Arten der familieninternen Firmenübertragung. Dabei gibt es verschiedene Arten der Nachfolge, wie der kompletten Unternehmensnachfolge (operative Geschäftsführung mit finanzieller Kontrolle), der Geschäftsführungsnachfolge (nur operative Geschäftsführung) und das Fremdmanagement mit Familienkontrolle (nur finanzielle Kontrolle). Sonderrechte gelten dabei z.B. für das bäuerliche Erbrecht, um eine Zerteilung des Betriebes zu verhindern. Um die Unternehmensnachfolge innerhalb der gesetzlichen Rahmenbedingungen aufzusetzen, sollte ein Experte beigezogen werden.

  • Vermögensverträge bei registrierten Partnerschaften - Nachlassplanung registrierte Partnerschaften

    Mit einem Vermögensvertrag als Pendant zum Ehevertrag, kann eine eingetragene Partnerschaft eigene Vereinbarungen bezüglich der Teilung ihres Vermögens treffen. So kann z.B. vereinbart werden, dass das Vermögen nach den Bestimmungen der Errungenschaftsbeteiligung geteilt wird. Dadurch wird vom Grundsatz der Gleichstellung eingetragener Partnerschaften und somit von der gesetzlich vorgesehenen Gütertrennung abgewichen.

  • Versicherungsansprüche - Lebensversicherungen / Renten

    Bei der Lebensversicherung handelt es sich um einen Vertrag zugunsten Dritter. Dies bedeutet, dass der Versicherungsnehmer bei Abschluss einer Versicherung einen Begünstigten bestimmt, der beim Tod des Versicherungsnehmers einen direkten Anspruch auf Auszahlung der Versicherungssumme erhält. Dadurch fällt die Versicherung nicht in den festgesetzten Nachlass eines Testaments. Falls hingegen kein Bezugsberechtigter benannt worden ist, fällt die Versicherungssumme grundsätzlich in den Nachlass. Unter bestimmten Voraussetzungen können Erben noch vor der Auszahlung der Versicherungssumme die Anweisung des Versicherungsnehmers und Erblassers widerrufen. Geschieht dies rechtzeitig, fällt die Versicherungssumme wiederum in den Nachlass.

  • Vorsorgeaufträge - Vorkehrungen für Krankheit / Handlungsunfähigkeit (Handlungsfähige Person kann für Fall der dauernden Urteilsunfähigkeit eine andere Person beauftragen, Personensorge (z.B. Entscheidungen über Pflege), Vermögenssorge (z.B. Verfügung über Grundstücke) zu übernehmen oder sie im Rechtsverkehr zu vertreten)

    Ein Vorsorgeauftrag bietet einer handlungsfähigen Person die Möglichkeit, eine oder mehrere Personen nach eintreten der eigenen Urteilsunfähigkeit als Vertretung zu bestimmen. Dies beinhaltet sowohl eine Finanzverwaltung, als auch Anordnungen hinsichtlich erwünschter oder unerwünschter medizinischer Massnahmen, die sowohl von natürlichen als auch juristischen Personen wahrgenommen werden können. Wurde im Vorfeld keine Erklärung erstellt, so erhalten von Gesetzes wegen meist Ehegatten und eingetragene Partner (sofern sie im selben Haushalt leben) das Vertretungsrecht.

  • Willensvollstreckungen - Nachlassabwicklung

    Eine Willensvollstreckung wird in einem Testament festgesetzt und kann grundsätzlich von jedem durchgeführt werden (Verwandte, Erben, Dritte). Die beauftragte Person soll etwa ein vollständiges Inventar des Erblassers erstellen, um die Höhe des Nachlasses zu ermitteln, die finanziellen Belange des Verstorbenen regeln und das Erbe gemäss des Auftrags des Erblassers aufteilen.