Fachbereich: Strafrecht

Das Strafrecht regelt, welches Verhalten in einem Rechtssystem erlaubt ist und welches verboten und deshalb unter Strafe gestellt. Das Strafrecht schützt Rechtsgüter wie das Leben, die körperliche und psychische Integrität, das Eigentum, die Sicherheit oder die Integrität des Staates.

Welches Verhalten verboten ist und welche Strafe auf eine gesetzlich verbotene Handlung oder eine gesetzlich gebotene Unterlassung folgt, ist von Land zu Land unterschiedlich geregelt. Mögliche Strafarten sind die Buße, die Geldstrafe, die Freiheitsstrafe, in einigen Ländern sogar die Körper- oder Todesstrafe.

Dienstleistungen

  • Bestechung - Verleitung zur Vertragsverletzung; Privatbestechung; Korruption und Schmiergeld

    Unter der Bestechung versteht man das Anbieten, Versprechen oder Gewähren eines nicht gebührenden Vorteils an einen Amtsträger oder eine Privatperson, die öffentliche Aufgaben erfüllt. Das Ziel dabei ist, die bestochene Person zu einer pflichtwidrigen oder in ihrem Ermessen stehende Handlung oder Unterlassung zu bewegen (=aktive Bestechung). Die Handlung/Unterlassung muss im Zusammenhang mit der amtlichen Tätigkeit stehen. Der Vorteil kann dem Amtsträger/der öffentlichen Aufgabe erfüllenden Person selber zukommen oder aber einer Drittperson. Ungebührend ist der Vorteil, wenn kein rechtlicher Anspruch darauf besteht. Der Vorteil kann materieller oder ideeller Natur sein, wobei gesellschaftlich übliche Zuwendungen nicht darunter fallen. Auch das Annehmen, sich Versprechen lassen oder Fordern eines solchen Vorteils durch den Amtsträger/die öffentliche Aufgabe erfüllende Person, ist strafbar (=passive Bestechung).

    Im privaten Bereich sind Bestechungen eines Arbeitnehmers, Gesellschafters, Beauftragten oder einer anderen Hilfsperson eines Dritten im privaten Sektor strafbar, wenn die dadurch zu bewirkende pflichtwidrige oder im Ermessen stehende Handlung/Unterlassung im Zusammenhang mit dessen dienstlicher oder geschäftlicher Tätigkeit steht (=Verleitung zum Vertragsbruch).

    Die Bestechung eines Amtsträgers zu pflichtgemässem Handeln (das sogenannte „Schmieren“, bspw. damit das eigene Anliegen schneller und vor den Anliegen der anderen Personen behandelt wird) ist ebenfalls strafbar.

    Mit den international verbreiteten Begriffen „facilitation payments“ oder „grease money“ sind ungebührende Vorteile gemeint, die sich auf keine bestimmte Amtshandlung richten, sondern ganz generell eine sich für die vorteilgewährende Person positiv auswirkende Amtsausführung bewirken sollen, indem sich die vorteilgewährende Person mit dem Amtsträger gut stellt (=Vorteilsgewährung, -annahme).

  • Datendelikte - Unbefugte Datenbeschaffung, Unbefugtes Eindringen in eine Datenbearbeitungssystem, Datenbeschädigung etc.

    Unter Datendelikten versteht man Delikte, deren Tatobjekt Daten sind, welche von einer Datenverarbeitungsanlage (bspw. einem Computer oder eines Mobiltelefons) mittels bestimmter Programme in codierter Form transportierbar gemacht werden.

    Unter die Datendelikte fallen unter anderem das unbefugte Eindringen in ein Datenverarbeitungssystem (= „Hacking“), die Datenbeschädigung, das Herstellen/in Verkehr bringen/zugänglich machen von Viren, der betrügerische Missbrauch einer Datenverarbeitungsanlage, der Check- und Kreditkartenmissbrauch oder das Inverkehrbringen von Materialien, die für die unbefugte Entschlüsselung von codierten Angeboten geeignet sind oder dazu dienen.

  • Direkte Verantwortlichkeit des Unternehmens - Beteiligung an oder Unterstützung einer kriminellen Organisation, Finanzierung Terrorismus, Geldwäscherei, Bestechung, Vorteilsgewährung

    Ein Unternehmen macht sich strafbar, wenn in Ausübung der geschäftlichen Verrichtung im Rahmen des Unternehmenszwecks eine Straftat begangen wird und aufgrund einer mangelhaften Organisation des Unternehmens keine bestimmte natürliche Person dafür verantwortlich gemacht werden kann.

    Handelt es sich um bestimmte Straftaten (Kriminelle Organisation, Finanzierung des Terrorismus, Geldwäscherei, Bestechung, Vorteilsgewährung oder Verleitung zum Vertragsbruch), so wird das Unternehmen in der Schweiz unabhängig von der Strafbarkeit natürlicher Personen bestraft, sofern es nicht alle erforderlichen und zumutbaren Vorkehren getroffen hat, um eine solche Tat zu verhindern.

  • Geldwäscherei - Handlung die geeignet ist, die Auffindung oder Einziehung von Vermögenswerten (von welchen bekannt ist oder angenommen werden muss, dass sie aus einem Verbrechen stammen) zu vereiteln

    Unter Geldwäscherei versteht man Handlungen, die illegal erwirtschaftetes Geld in den legalen Umlauf bringen. Strafbar ist jede Handlung, die geeignet ist, die Auffindung oder Einziehung von Vermögenswerten, von welchen der Täter weiss oder annehmen muss, dass sie aus Delikten wie Raub, Erpressung, Steuerhinterziehung, Waffen-, Drogenhandel oder Korruption stammen, zu verhindern. Die Bekämpfung von Geldwäscherei ist elementar, um gegen organisierte Kriminalität (gerade auch verbunden mit der Finanzierung von Terrorismus) vorgehen zu können.

  • Gemeingefährliche Verbrechen und Vergehen - Brandstiftung, Verletzung der Regeln der Baukunde, Sicherheitsvorkehrungen, etc.

    Die Straftatbestände der gemeingefährlichen Verbrechen und Vergehen stellen jene Handlungen unter Strafe, die eine konkrete Gefahr für die geschützten Rechtsgüter Leben, Leib und Vermögen bewirken. Die Gefahr muss sich nicht realisiert haben, damit der Tatbestand erfüllt sein kann. Eine konkrete Gefahr liegt dann vor, wenn das Risiko für eine Verletzung eines Rechtsguts nicht nur möglich, sondern wahrscheinlich ist. Wann dieser Punkt erreicht ist, ist von Tatbestand zu Tatbestand unterschiedlich, je nach Rechtsgut und Höhe der Strafandrohung.

    Unter die Gefährdungsdelikte fallen z.B. Brandstiftung, fahrlässige Verursachung einer Feuersbrunst, Verursachung einer Explosion, Delikte mit Sprengstoffen und giftigen Gasen, Kernenergiedelikte (Freisetzung von Strahlung auf irgendeine Weise), Verursachung einer Überschwemmung oder eines Einsturzes, Beschädigung von elektrischen Anlagen, Wasserbauten und Schutzvorrichtungen, Gefährdung durch Verletzung der Regeln der Baukunde oder Beseitigung oder Nichtanbringung von Sicherheitsvorrichtungen.

  • Gläubigerschädigung - Gläubigerschädigung durch Vermögensverminderung: Verminderung des Vermögens um es dem Zugriff des Gläubigers zu entziehen (Konkurs- und Betreibungsdelikt)

    Die Gläubigerschädigung gehört zu den Konkurs- und Betreibungsdelikten, welche die Interessen des Gläubigers zu bewahren versuchen. Bei der Gläubigerschädigung schmälert der Schuldner in einem Betreibungs- oder Konkursverfahren sein Vermögen, um dem Gläubiger den Zugriff darauf zu verwehren. Dies kann sowohl durch Verschenken, Entwerten, Beschädigen oder Unbrauchbarmachen von Vermögenswerten geschehen als auch durch das Veräussern von Vermögenswerten gegen eine Leistung, die weit unter dem Wert der Leistung des Veräusserers liegt.

  • Internationale Rechtshilfe in Strafsachen - Zusammenarbeit zwischen Behörden verschiedener Staaten in Strafsachen (Auslieferung, Unterstützung Strafverfahren im Ausland, stellvertretende Verfolgung, Vollstreckung ausländischer Urteile)

    Die internationale Rechtshilfe in Strafsachen ermöglicht die Zusammenarbeit zwischen Behörden verschiedener Staaten in jeglichen Strafsachen. Internationale Rechtshilfe wird geleistet bei Auslieferungen, zur Unterstützung von Strafverfahren im Ausland, als stellvertretende Verfolgung oder bei der Vollstreckung ausländischer Urteile. Rechtsgrundlage der internationalen Rechtshilfe in Strafsachen sind Auslieferungs- und Rechtshilfeverträge.

  • Internetkriminalität - Z.B. Ausspähen von Daten, Identitätsdiebstahl, Verbreiten von Kinderpornographie etc.

    Unter Internetkriminalität werden Delikte verstanden, die mit Hilfe des Internets begangen werden. Davon zu unterscheiden sind Delikte der Computerkriminalität, die mithilfe des Computers, nicht unbedingt aber mithilfe des Internets begangen werden. Delikte der Internetkriminalität haben seit der digitalen Entwicklung zugenommen und sind nun in ganz unterschiedlichen Formen vorhanden. Sie reichen von Datendiebstahl, Hacking, Manipulation von Daten, Verbreitung von Computerviren, Verletzung von Urheberrechten oder Phishing über Cyber-Mobbing (ehrverletzende Äusserungen, Nötigung) bis zum Verbreiten von Gewaltdarstellungen oder Kinderpornografie.

    Die Cybercrime-Konvention, die von allen Ländern des Europarats (ausser der USA, Kanada, Japan und Südafrika) unterzeichnet wurde, dient der Angleichung des Computerstrafrechts der verschiedenen Länder. Die Konvention ermöglicht es, Internetanwender oder Domain-Besitzer ausfindig zu machen und Websites mit unerlaubten Inhalten, über die Grenzen hinweg zu löschen.

  • Jugendstrafrecht - Personen, die zum Zeitpunkt der Tat noch nicht 18 Jahre alt sind

    Das Jugendstrafrecht in der Schweiz ist auf Straftäter anwendbar, die zum Zeitpunkt der Tat das 18. Lebensjahr noch nicht erreicht haben. Da sich jugendliche Straftäter stark von erwachsenen Straftätern unterscheiden, sind in den meisten Ländern andere (bzw. zusätzliche jugendspezifische) Strafen und Massnahmen auf sie anwendbar. Eine Ausnahme davon ist die USA, die in einzelnen Bundesstaaten auch die Anwendung von Strafen des Erwachsenenstrafrechts für jugendliche Straftäter möglich macht.

    In vielen Strafrechtsordnungen steht beim Jugendstrafrecht daher der Erziehungsgedanke im Vordergrund. In den USA und gewissen Ländern Europas wird versucht, jugendliche Straftäter in sogenannten „Boot Camps“ zu disziplinieren.

    In Deutschland wird eine Person mit 14 Jahren strafmündig und die Höchststrafe, die einem Jugendlichen erteilt werden darf, ist 10 Jahre Freiheitsstrafe. In der Schweiz ist eine Person bereits mit 10 Jahren strafmündig, wobei bestimmte Strafarten (Geldstrafe, Freiheitsstrafe) erst ab einem höheren Alter möglich sind und die Höchststrafe nur 4 Jahre Freiheitsstrafe beträgt. Das englische Jugendstrafrecht (Strafmündigkeit ab 10 Jahren) zeichnet sich dadurch aus, dass vermehrt auch die Erziehungsberechtigten für das strafrechtlich relevante Verhalten der Kinder zur Verantwortung gezogen werden.

  • Opferschutz - Schutz der Persönlichkeitsrechte des Opfers

    Opfer von sexuellem Missbrauch, Gewaltverbrechen, Pädophilie, Menschenhandel oder ähnlichen Verbrechen brauchen meist Hilfe, um mit diesen Geschehnissen umgehen zu können. Dazu dient der Opferschutz, der den Schutz der Persönlichkeitsrechte des Opfers sicherstellt.

  • Schwangerschaftsabbruch (Abtreibung) - Strafbarer Schwangerschaftsabbruch

    Der Schwangerschaftsabbruch, auch Abtreibung genannt, ist das Recht der Frau eine ungewollte Schwangerschaft abzubrechen. Eine Abtreibung nach Ablauf einer bestimmten gesetzlich festgesetzten Zeit (in den meisten Ländern nach Ablauf der 12. oder 14. Woche (gerechnet ab dem ersten Tag der letzten Regelblutung)) oder das Abbrechen einer Schwangerschaft ohne das Einverständnis der schwangeren Frau, wird als „strafbarer Schwangerschaftsabbruch“ bezeichnet.

    Da aber teilweise auch nach der Zeitdauer, in der ein Schwangerschaftsabbruch legal ist, eine Abtreibung notwendig ist (wenn bspw. die schwangere Frau in Gefahr ist, schwere, physische oder psychische Schäden davonzutragen), erlaubt das Gesetz in vielen Ländern in Ausnahmefällen auch eine Abtreibung nach der erlaubten Abbruchzeit.

    In den Ländern Andorra, Malta, San Marino, Irland, Monaco, Liechtenstein und Polen ist ein Schwangerschaftsabbruch oftmals gar nicht oder nur unter bestimmten Umständen (bei einer Vergewaltigung, Missbildung des Ungeborenen) erlaubt. In England, Finnland und Island muss die Erlaubnis für eine Abtreibung durch einen Arzt vorliegen. In den Niederlanden ist ein Schwangerschaftsabbruch bis zur 24. Woche erlaubt.

    In den meisten Ländern werden die Kosten für einen Schwangerschaftsabbruch von der Krankenkasse übernommen. In Osteuropa muss der Abbruch selber bezahlt werden. Je nach Land ist die Bedenkzeit für die betroffene Frau unterschiedlich geregelt. Sie kann entweder gar nicht vorgeschrieben sein oder bis zu 7 Tage dauern.

  • Sterbe­- und Suizidhilfe - Sterbehilfe: Hilfe beim Sterben für den Sterbenden Suizidhilfe: Hilfe beim Suizid für den Suizidwilligen

    Die Sterbehilfe kann unterteilt werden in die aktive Sterbehilfe, die indirekte (aktive) Sterbehilfe und die passive Sterbehilfe. Unter der aktiven Sterbehilfe versteht man das auf dem tatsächlichen oder mutmasslichen Willen der betroffenen Person basierende Bewirken des Todes durch einen Eingriff in dessen körperliche Integrität. Die aktive Sterbehilfe ist in der Schweiz, in Deutschland und in Österreich verboten. In den Niederlanden ist sie unter bestimmten Bedingungen erlaubt.

    Mit der indirekten (aktiven) Sterbehilfe bezeichnet man die Verabreichung von Medikamenten, die die Lebensqualität des Patienten steigern, gleichzeitig aber als Nebenwirkung die Lebenszeit verkürzen. Die Schmerzmittel dürfen nur in dem Masse verabreicht werden, wie dies gerade nötig ist und müssen dem Willen des Patienten entsprechen. Die indirekte (aktive) Sterbehilfe ist unter bestimmten Voraussetzungen tendenziell erlaubt.

    Unter passiver Sterbehilfe versteht man das Unterlassen, Reduzieren oder Abbrechen von Massnahmen, die den Tod der betroffenen Person aufschieben könnten. Dadurch lässt man dem natürlichen Sterbevorgang freien Lauf. Auch diese Form der Sterbehilfe ist in den meisten Rechtsordnungen erlaubt.

    Von der Sterbehilfe zu unterscheiden ist die Suizidbeihilfe. Als Suizidhilfe bezeichnet man die Unterstützung einer Person, die unabhängig davon, ob sie körperlich schwer krank ist oder nicht, ihr eigenes Leben beenden will. Erfolgt die Hilfe nicht aufgrund von selbstsüchtigen Beweggründen, so ist diese meist nicht strafbar. Wichtig ist dabei, dass der Suizidwillige allein seinen Tod verursacht.

  • Strafbare Handlungen gegen Leib und Leben - Tötung, Mord, Totschlag, Körperverletzung etc.

    Vorsätzliche Tötung, Mord, Totschlag, Körperverletzung, illegaler Schwangerschaftsabbruch und ähnliche Delikte gehören zu den strafbaren Handlungen gegen Leib und Leben.

    Der vorsätzlichen Tötung macht sich strafbar, wer den Tod eines Menschen mit Wissen und Willen bewirkt. Wer dabei besonders skrupellos handelt, weil das Motiv, der Zweck oder die Ausführung der Tat besonders verwerflich sind, könnte sich sogar des Mordes schuldig machen. Totschlag bezeichnet dagegen die Tötung eines Menschen unter einer heftigen entschuldbaren Gemütsbewegung, sei dies aufgrund einer akuten Drucksituation oder aus dem Affekt heraus.

    Die Körperverletzung kann in eine einfache und eine schwere Form unterteilt werden. Die schwere Körperverletzung hinterlässt bleibende Schäden beim Opfer. Darunter fallen lebensgefährliche Verletzungen, durch die der Tod des Opfers wahrscheinlich wird. Auch Verstümmelungen des Körpers, das Bewirken von bleibender Arbeitsunfähigkeit oder die starke und dauerhafte Entstellung des Gesichts fallen unter die schwere Körperverletzung. Bei der einfachen Körperverletzung genügt eine gesundheitliche Beeinträchtigung des Verletzten ohne dass dessen Körper geschädigt werden muss, bspw. durch Betäubung oder Zufügung von psychischen Störungen. Ebenso fallen Knochenbrüche, Schussverletzungen und Hirnerschütterungen darunter. Die einfache Körperverletzung ist wiederum von der Tätlichkeit abzugrenzen, welche die mildeste Form der Delikte gegen Leib und Leben darstellt und Schläge und andere Einwirkungen auf den Körper erfasst. Auch bei der Tätlichkeit ist eine gewisse Intensität erforderlich, wobei sie keine Beeinträchtigung des Körpers hinterlassen darf. Beispiele für Tätlichkeiten sind Ohrfeigen, Fusstritte, Faustschläge, das Bewerfen mit Gegenständen oder das Begiessen mit Flüssigkeiten.

  • Strafbare Handlungen gegen das Vermögen - Sachbeschädigung, Veruntreuung, Diebstahl, Betrug, Erpressung, Unrechtmässige Verwendung von Vermögenswerten, Unwahre Angaben über kaufmännisches Gewerbe, etc.

    Unter die strafbaren Handlungen gegen das Vermögen fallen alle Delikte, die sich gegen das Rechtsgut Vermögen richten. Solche Straftaten sind bspw. die Sachbeschädigung, Veruntreuung, der Diebstahl, Betrug, die unrechtmässige Verwendung von Vermögenswerten oder unwahre Angaben über ein kaufmännisches Gewerbe zu machen.

    Eine Vermögensschädigung liegt immer dann vor, wenn eine Verminderung der Aktiven, eine Vermehrung der Passiven oder ein entgangener Gewinn aus der strafbaren Handlung resultiert. Viele Vermögensdelikte setzen zusätzlich eine Absicht zur unrechtmässigen Bereicherung voraus. Unter einer Bereicherung versteht man eine wirtschaftliche Besserstellung. Unrechtmässig ist diese, wenn kein rechtlichen Anspruch darauf besteht.

  • Strafbare Handlungen gegen die Ehre - Beschimpfung, üble Nachrede, Verletzung der Geheimsphäre, usw.

    Strafbare Handlungen gegen die Ehre verletzen den Ruf und die Gefühle des Betroffenen. Delikte, die in diese Kategorie fallen, sind die Beschimpfung, die Verleumdung, die üble Nachrede bis hin zu Delikten, die die Geheim- oder Privatsphäre einer Person verletzen.

    Unter einer Beschimpfung versteht man die Äusserung von Werturteilen (auch durch Schrift, Gebärde oder Tätlichkeiten möglich) gegenüber dem Betroffenen oder einem Dritten, wobei der Täter seine Verachtung bekannt gibt. Dabei reicht es aus, wenn offenkundig ist, dass der Betroffene Adressat der Beschimpfung ist.

    Eine Verleumdung liegt dagegen vor, wenn der Täter dem Betroffenen gegenüber einem Dritten ehrverletzende Tatsachen vorwirft, die in der Realität nicht gegeben sind. Dabei genügt die Möglichkeit einer Rufschädigung des Betroffenen, sofern den Aussagen Glauben geschenkt wird.

    Auch nach der üblen Nachrede wird bestraft, wer jemanden bei einem Dritten ehrverletzender Tatsachen beschuldigt oder verdächtigt, sowie derjenige, der eine solche Beschuldigung oder Verdächtigung weiterverbreitet. Im Gegensatz zur Verleumdung können die ehrverletzenden Darstellungen der Wahrheit entsprechen oder aber erfunden worden sein.

    Delikte gegen den Geheim- oder Privatbereich umfassen u.a. die Verletzung des Schriftgeheimnisses, das Abhören und Aufnehmen von Gesprächen, das Inverkehrbringen und Anpreisen von Abhör-, Ton- und Bildaufnahmegeräten, der Missbrauch einer Fernmeldeanlage oder das unbefugte Beschaffen von Personendaten.

  • Strafbare Handlungen gegen die Familie - Inzest, Fürsorgepflicht, Unterhaltspflichten, etc.

    Delikte wie Inzest, die Verletzung der Fürsorge-, Erziehungs- oder Unterhaltspflichten werden als strafbare Handlungen gegen die Familie angesehen. Opfer solcher Handlungen sind Kinder und Ehegatten, was solche Fälle besonders persönlich und heikel macht.

  • Strafbare Handlungen gegen die sexuelle Integrität - Belästigung, Nötigung, usw.

    Strafbare Handlungen gegen die sexuelle Integrität umfassen u.a. die sexuelle Belästigung, sexuelle Handlungen mit Abhängigen, sexuelle Handlungen mit Kindern, die sexuelle Nötigung oder die Vergewaltigung.

    Unter sexuellen Handlungen versteht man Handlungen, die am eigenen Körper oder am Körper einer anderen Person vorgenommen werden und der sexuellen Erregung oder Befriedigung dienen. Dabei ist irrelevant, ob diese Handlungen der Befriedigung homo- oder heterosexueller Triebe dienen. Keine sexuelle Handlungen stellen jedoch obszönes Reden oder Gesten dar oder eine solche Unterhaltung in einem Chat-Room. Solche Handlungen können aber gegebenenfalls unter die sexuelle Belästigung fallen. Der Körperkontakt mit primären Geschlechtsmerkmalen stellt immer eine sexuelle Handlung dar, kommt es zu einer Berührung über die Kleidung, so muss diese von gewisser Intensität und Dauer sein.

  • Strafbefehl - Strafe, die bei einer geringen Straftat vom Gericht ohne Verhandlung ausgesprochen wird

    Das Strafbefehlsverfahren bezeichnet ein vereinfachtes Verfahren, das direkt durch die Staatsanwaltschaft (und ohne dass der Beschuldigte von einem Richter beurteilt wird) durchgeführt wird, sofern die beschuldigte Person damit einverstanden ist. Der Strafbefehl ist damit sozusagen ein „Vorschlag zur aussergerichtlichen Erledigung des Straffalls“. Wichtig ist, dass die beschuldigte Person dem Verfahren nur zustimmt, wenn sie alle für diese Entscheidung wesentlichen Informationen kennt und nicht dazu gezwungen wird. Die beschuldigte Person muss entweder den Sachverhalt eingestanden haben oder dieser muss anderweitig ausreichend abgeklärt sein. Der Strafbefehl darf bestimmte Sanktionsgrenzwerte nicht übertreten.

    Strafbefehlsverfahren entlasten die Gerichte und haben für den Beschuldigten den Vorteil, dass das Verfahren schnell und kostensparend erledigt wird.

  • Strafrechtliche Fragestellungen - Allgemeine straftrechtliche Fragestellungen

    Im Rahmen eines strafrechtlichen Verfahrens stellen sich sowohl aufseiten des Beschuldigten als auch aufseiten des Geschädigten, des Zeugen oder anderer Verfahrensbeteiligter immer wieder Fragen, die es umgehend zu klären gilt. Es ist deshalb zu empfehlen, bei strafrechtlichen Fragestellungen den Rat eines Experten aufzusuchen.

  • Strafverteidigung - Strafverteidiger tritt neben Angeschuldigten im Strafverfahren auf und hilft ihm, seine Interessen zu wahren (z.B. mittels geeigneter Verteidigungsstrategie)

    Die in einem Strafverfahren beschuldigte Person hat gemäss der Europäischen Menschenrechtskonvention (Art. 6 Ziff. 3 lit. c EMRK) und dem Internationalen Pakt über bürgerliche und politische Rechte (Art. 14 Ziff. 3 lit. d IPBPR) Anspruch auf einen Verteidiger. Verfügt die beschuldigte Person nicht über die erforderlichen Mittel dazu, ist die Verteidigung zur Wahrung ihrer Rechte notwendig und das Rechtsbegehren nicht aussichtslos, so hat sie Anspruch auf unentgeltlichen Rechtsbeistand. Der Rechtsbeistand der beschuldigten Person ist Anwälten vorbehalten, die nach dem Anwaltsgesetz berechtigt sind, Parteien vor Gerichtsbehörden zu vertreten.

    Der Strafverteidiger tritt neben dem Beschuldigten im Verfahren auf und hilft ihm, mittels einer geeigneten Verteidigungsstrategie seine Interessen zu wahren. Je nach Fall ist die Verteidigung fakultativ (beschuldigte Person kann hier einen Wahlverteidiger beauftragen) oder zwingend notwendig (beschuldigte Person kann hier ebenfalls einen Wahlverteidiger wählen, tut sie dies nicht, so wird von der Strafverfolgungsbehörde ein amtlicher Verteidiger zur Verfügung gestellt).

  • Strafvollzugsrecht - Von wem und nach welchem Verfahren wird das Strafrecht durchgesetzt. Organisation und die Zuständigkeit der Behörden und Gerichte.

    Das Strafvollzugsrecht als Teil des Strafprozessrechts regelt die Art und Weise der Vollstreckung und des Vollzugs der Strafe. Es kommt zum Zuge, sobald das Urteil rechtskräftig geworden ist und eine Strafe angeordnet wurde. Das Strafprozessrecht regelt von wem und nach welchem Verfahren das Strafrecht durchgesetzt wird. Es gibt vor, wie die Behörden und Gerichte zu organisieren sind und welche Zuständigkeiten sie haben.

  • Subsidiäre Verantwortlichkeit des Unternehmens - Unternehmensstrafbarkeit infolge mangelhafter Organisation

    Die subsidiäre Verantwortlichkeit des Unternehmens dient dazu, ein Unternehmen für Delikte, die aufgrund einer mangelhaften Organisation im Unternehmen ermöglicht wurden und keiner bestimmten natürlichen Person zugeordnet werden können, zu bestrafen.

    Handelt es sich bei dem innerhalb des Unternehmens begangenen Delikt um den Tatbestand der kriminellen Organisation, der Finanzierung von Terrorismus, der Geldwäscherei, der Bestechung, der Vorteilsgewährung oder der Verleitung zum Vertragsbruch und hat das Unternehmen nicht alle erforderlichen und zumutbaren organisatorischen Massnahmen zur Verhinderung des Delikts ergriffen, so wird das Unternehmen ebenfalls, unabhängig von der Strafbarkeit einer natürlichen Person, bestraft.

    Das Strafrechtsübereinkommen, die UNO-Konvention und die OECD-Konvention machen Vorgaben zur Auslegung dieses Straftatbestands. Empfehlungen des OECD-Rates und anderer internationaler Organisationen geben vielfach vor, was für Massnahmen Unternehmen gegen Korruption ergreifen müssen (Leitlinien zur Ausgestaltung des internen Kontrollsystems, zur Unternehmensethik, zur Compliance ect.).

  • Ungetreue Geschäftsbesorgung - Wer in seiner Stellung als Vermögensverwalter, Aufsichtsorgan oder Geschäftsführer seine gesetzlichen oder vertraglichen Pflichten verletzt und dadurch eine Schädigung des Vermögens des Geschäftsherrn bewirkt

    Der ungetreuen Geschäftsbesorgung macht sich strafbar, wer durch eine Pflichtverletzung bewirkt oder zulässt, dass fremdes Vermögen, welches er aufgrund des Gesetzes, eines behördlichen Auftrages oder eines Rechtsgeschäfts anvertraut erhalten hat, vermindert, nicht vermehrt oder gefährdet wird. Täter ist meist ein Vermögensverwalter, ein Aufsichtsorgan über eine Vermögensverwaltung oder ein Geschäftsführer ohne Auftrag.

    Ebenfalls strafbar macht sich, wer durch Gesetz, einen behördlichen Auftrag oder ein Rechtsgeschäft ermächtigt wurde, einen anderen zu vertreten und dabei einen Vermögensschaden bewirkt, indem er seine Stellung als Stellvertreter missbraucht.

  • Urkundenfälschung - Herstellung einer unechten Urkunde (fälschen, verfälschen oder Blankettfälschung)

    Als Urkundenfälschung bezeichnet man die Herstellung einer unechten Urkunde, d.h. einer Urkunde, deren Schrift nicht oder nicht von demjenigen stammt, der sich als Urheber zu erkennen gibt (Fälschen einer Urkunde, Verfälschen einer Urkunde oder das Benützen einer echten Unterschrift/eines echten Handzeichens einer anderen Person (=Blankettmissbrauch)).

    Ebenfalls strafbar ist die Herstellung einer unwahren Urkunde, d.h. einer Urkunde, deren Inhalt nicht den wahren Tatsachen entspricht (wobei es sich um den wahren Aussteller handelt, der etwas Falsches beurkundet).

    Strafbar macht sich ausserdem, wer eine solche unechte oder unwahre Urkunde im Rechtsverkehr zum Zweck der Täuschung benützt (wobei dies nicht gelingen muss).

  • Verletzung Geschäftsgeheimnis - Verrat des Geschäftsgeheimnisses, welches infolge einer gesetzlichen oder vertraglichen Pflicht hätte bewahrt werden sollen

    Der Verletzung des Geschäftsgeheimnisses macht sich strafbar, wer ein Fabrikations- oder Geschäftsgeheimnis, das er infolge einer gesetzlichen oder vertraglichen Pflicht bewahren sollte, verrät, indem er Dritten mündlich oder schriftlich davon berichtet oder nicht öffentliche Pläne und Dokumente aushändigt. Ebenfalls strafbar macht sich, wer die dadurch erhaltenen Informationen zum eigenen oder zum Vorteil eines anderen verwendet.

    Unter Fabrikations- oder Geschäftsgeheimnissen sind nur Tatsachen zu verstehen, die nicht allgemein bekannt oder zugänglich sind. Der Geheimnisherr muss ein Geheimhaltungsinteresse und einen Geheimhaltungswillen vorweisen können. Fabrikationsgeheimnisse betreffen die Herstellung und Produktion und Geschäftsgeheimnisse den kaufmännischen Bereich.

  • Vertretung von Anlegerinteressen -

    Der Anlegerschutz bezweckt den Schutz von Anlegern vor Missbräuchen. Gegen allfällige Missbräuche kann bspw. mittels ausserordentlicher Revisionen oder aufsichtsrechtlichen Sanktionen vorgegangen werden. Da Privatanleger meist nur über wenig Finanzwissen verfügen, ist die Beratung durch einen Experten empfehlenswert.